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"Klein Kanada" liegt gleich um die Ecke WALLIS

Mittendrin im Nirgendwo: Das Relais d’Arpette im schweizerischen Wallis ist ein Refugium für Ruhe suchende Naturliebhaber und sportliche Outdoor-Fans...

Der fast 100 Jahre alte Berggasthof Relais d’Arpette ist gefühlt am Ende der Welt. Gelegen in einem Hochtal, 150 Meter oberhalb des Ferienortes Champex-Lac, liegt er inmitten unberührter Natur, am Fuße der Schweizer Seite des Mont Blanc-Massivs und der gleichnamigen legendären "Tour du Mont Blanc". Umrahmt von Tannen und Lärchenwäldern sowie einer imposanten hochalpinen Bergszenerie ist es der ideale Platz, um zur Ruhe zu kommen – ein authentischer Sehnsuchtsort für sportlich aktive Outdoor-Fans und Naturliebhaber gleichermaßen. Die Landschaft ringsherum ist von surrealer wilder Schönheit. Nicht umsonst wird diese Region "Klein Kanada" genannt. Seit Anfang 2020 führt der Deutschstämmige Bernd Rosenthal das Kleinod mit angeschlossenem Campingplatz und möchte es als Ganzjahresreiseziel positionieren.

Der urige Berggasthof verteilt sich auf einem 9.000 qm großen Naturareal, auf drei Gebäude. 17 Doppel- und Familienzimmer, ein Apartment und 12 Schlafsäle für Gruppen und Einzelreisende halten für jeden die richtige Unterbringung bereit. Das Relais d’Arpette eignet sich perfekt, um für ein paar Tage oder auch länger, dem Alltag und Stress zu entfliehen. Es lädt die Gäste ein, sich neu auszurichten und den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Die wilde Natur, die das Refugium umgibt, ist überirdisch schön. Das Haus selbst ist mit vielen liebevollen Details, aber angenehm edel-schlicht ausgestattet. Drinnen in der gemütlichen Stube knistert das Kaminfeuer. Direkt vor der Tür rauscht der Wildbach, der auch der Trinkwasserversorgung dient. Die malerische Alp (Arpette heißt "kleine Alp") befindet sich in einem Hochtal, das vom Föhn geschützt liegt, und im Sommer einfach per Auto zu erreichen ist: Nach Verbier, ins Aostatal oder nach Chamonix gelangt der Gast von dort in max. 90 Minuten. Rund 30 Minuten Fußweg, immer bergab am Bach entlang, bringen einen direkt in den entspannten Ferienort Champex-Lac.

Glamping in purer Wildnis

In der Sommersaison wird das Relais d’Arpette um einen 3.000 qm großen, idyllisch gelegenen Campingplatz für Zelte und Mobile Homes erweitert. Wer ohne Ausrüstung anreist und dennoch campen möchte, kann eine der "Petites Arpettes" mieten – Holzhütten, die von einem lokalen Handwerker entworfen und gebaut wurden. Jedes von ihnen hat eine Terrasse mit Tisch und Stühlen sowie ein Dachfenster, damit man nachts das Funkeln der Sterne nicht verpasst. Die unvergesslichen Erlebnisse liegen hier im Einssein mit der Natur. Mittendrin, statt nur außen vor. Als Teil vom Ganzen inmitten der Wildnis. Der wahre Luxus des Berggasthauses Relais d’Arpette im schweizerischen Kanton Wallis liegt ohnehin in seiner Abgeschiedenheit im beschaulichen Hochtal Val d’Arpette. Ein Bergidyll, unberührt wie man es sonst nur aus Naturfilmen kennt. Alles ist da, aber nichts ist zu viel. Dass es keine Fernseher auf den Zimmern gibt, ist Teil des Gesamtkonzeptes. So wird kein Gast, der hier eincheckt, von der beeindruckenden Aussicht beim Blick aus den Fenstern abgelenkt. Passend dazu erscheint beim Log-In ins kostenfreie WLAN auf dem Display: "Schalten Sie das Handy aus und genießen Sie das Panorama"

Gasthaus-Übernahme im Lockdown

Ein Besuch im Val d’Arpette fühlt sich an, wie ein Abstecher in die nordamerikanische Wildnis. Mittendrin, in dieser von Ruhe und Einsamkeit gekennzeichneten Region, liegt der fast 100 Jahre alte Berggasthof, umgeben von einer imposanten Berglandschaft, ca. 30 Autominuten oberhalb von Martigny. Über vier Generationen hinweg war er seit 1926 in Familienbesitz. Anfang 2020 übernahm ihn sein heutiger Eigentümer Bernd Rosenthal gemeinsam mit seinem Geschäftspartner. Der Zeitpunkt allein sorgte bereits für Aufsehen: Der Kaufvertrag wurde zwei Tage nach Bekanntgabe des Lockdowns unterschrieben. Diesen magischen Ort kennt Rosenthal bereits seit seiner Kindheit. Früher kam er oft in den Skiferien mit seinen Eltern her. Als er auf einer Skitour im Januar 2020 entdeckt, dass der Berggasthof zum Kauf steht, geht plötzlich alles ganz schnell. "Ich habe auf mein Bauchgefühl vertraut und wusste, was zu tun ist. Alle in meinem Umfeld dachten, ich spinne", erinnert sich Rosenthal. Für ihn vereint der Platz das Beste aus zwei Welten: "Wir sind hier scheinbar weit weg von allem, aber trotzdem nahe an der guten Schweizer Infrastruktur. Bus, Skilift und Glasfaserkabel für Internet, alles ist da. Dennoch ist es eine Oase der Besinnung und der ideale Ausgangspunkt für unvergessliche Naturerlebnisse", erklärt Bernd Rosenthal.  Zudem möchten wir unseren Gästen ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bieten und deshalb sind unsere Preise das ganze Jahr über gleich. Für uns ist jeder Tag des Jahres gleich viel wert“, ergänzt der gebürtige Frankfurter. Non-Dynamic-Pricing nennt Rosenthal sein System.

Ganzjähriges Outdoor-Paradies

Der traditionelle Berggasthof verfügt über eine lange Historie und ist bei vielen Wanderern schon seither als Übernachtungsetappe für die legendären Mont Blanc-Touren bekannt – und das auf einer der spektakulärsten Etappen, die die Wanderer über das "Fen tre d’Arpette" führt. Bevor Bernd Rosenthal das Relais d’Arpette übernahm, war es ausschließlich in den Sommermonaten geöffnet. Das möchte Rosenthal ändern. Seine Vision ist, das gemütliche Bergdomizil als ganzjähriges  Base Camp für aktive Gäste und Ruhesuchende zu positionieren. Er will dabei den Charme alter Zeiten bewahren, aber gleichzeitig die Moderne willkommen heißen. Es ist ein Ort zum Ankommen, zum Sein, für Outdoor-Fans, Wanderer und Naturliebhaber gleichermaßen. Gleich vor der Tür liegt ein weitgefächertes Netz von Wanderwegen unterschiedlicher Längen und Schwierigkeitslevel. Und auch Bike-Fans kommen voll auf ihre Kosten und finden sowohl entspannte Touren als auch jene, die für Adrenalinkitzel sorgen. Klettersteige für verschiedene Niveaus locken ebenso in unmittelbarer Umgebung. Wer keine Höhenangst und Lust auf ein kleines Abenteuer hat, fährt mit dem Sessellift hoch auf den 2.200 Meter hohen Berg "La Breya" und erlebt von dort auf Ziplines die überwältigende Naturszenerie von oben. Wer es beschaulicher mag, besucht den Botanischen Garten "Flore Alpe". Von dort hat man eine einzigartige Aussicht auf den See Champex und die Bergwelt. Auf verschlungenen Pfaden sind auf einer Fläche von 6.000 qm, über 4.000 Pflanzen zu finden. Im Winter ist das Relais d’Arpette ein idealer Ausgangspunkt, um von hier aus Skitouren zu unternehmen, durch unberührte Wälder und Felder auf Schneeschuhen zu wandern oder dem Skilanglauf zu frönen. Direkt vom Haus aus ist Ski-in/Ski-out möglich.

Genuss am (gefühlten) Ende der Welt

Wandern macht hungrig, deshalb liegt ein besonderer Schwerpunkt auch auf der Küche. Den Gast erwarten in der schlicht-edlen Stube regionale und saisonale hausgemachte Spezialitäten aus dem Wallis, aber auch ein Rindertartar oder Steak auf heißem Stein. Das wiederbelebte Relais d’Arpette soll ein Ort des Genusses und des entspannten Lebensgefühls sein. Dafür ist der 56-jährige Gastgeber Bernd Rosenthal mit seinem ambitionierten Team beinahe rund um die Uhr mit Herzblut und Leidenschaft im Einsatz. Er selbst ist Bote, Gästebetreuer, Chauffeur, Personalverantwortlicher und Reservierungsmanager in Personalunion. Bevor der gebürtige Frankfurter das Relais d’Arpette übernahm, arbeitete er lange Jahre als Marketing- und Salesmanager auf Führungsebene für verschiedene Unternehmen. In den letzten Jahren war Rosenthal als Dozent für Sport- und Eventmanagement tätig. Es liegt nahe, dass er in Zukunft auch private und sportliche Events vor Ort etablieren möchte: Einzigartige Momente, die unvergesslich bleiben. Man darf gespannt sein, was sich demnächst in "Klein Kanada" so tut.

Weitere Informationen unter: arpette.ch

Autor: Nina Aryapour

© Fotos: Andrea Soltermann, Pays du St. Bernard, Relais d'Arpette

15. Februar 2022

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