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500-jähriges Jubiläum im Salzbergwerk BERCHTESGADEN

Die Marktgemeinde nahe des Königssees feiert 2017 einen runden Geburtstag. Seit einem halben Jahrtausend wird hier das kostbare „weiße Gold“ abgebaut.

Die bayerischen Alpen bilden eine Bilderbuch-Kulisse für die hübsche Marktgemeinde in unmittelbarer Nähe des Königssees. Berchtesgaden gehört seiner traumhaften Umgebung und des schadstoffarmen Bergklimas wegen zu den beliebtesten Ferienorten in Süddeutschland. Ausflüge ins Berchtesgadener Land – z. B. eine Wanderung auf dem Rinnkendl-Steig hoch über dem tiefblauen Königssee – machen einen Urlaub unvergesslich.

Doch auch unter der Erde ist in Berchtesgaden viel los. Der Markt feiert im kommenden Jahr einen runden Geburtstag: Im hiesigen Salzbergwerk wird seit 500 Jahren das kostbare „weiße Gold“ abgebaut. Grund genug, um dieses Jubiläum gebührend zu würdigen.

Im Floß gleiten Gäste über den unterirdischen Spiegelsee

Was viele der jährlich rund 350.000 Besucher nicht wissen: Hier wird bis zum heutigen Tag Salz gewonnen und zu Alpen-Speisesalz verarbeitet. Pro Jahr werden mit 30 modernen Bohrspülwerken etwa 1.000.000 Kubikmeter Sole aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden gefördert. Und dies möchte Peter Botzleiner-Reber, Tourismus-Chef des Salzbergwerks, auch gerne kommunizieren: „Wir möchten das Jubiläum nutzen und unseren Gästen spannende Einblicke in die beharrliche Arbeit der Bergleute geben.“

Direkt neben den Stollen, in denen seit 500 Jahren gearbeitet wird, befindet sich das Schaubergwerk. In 2007 wurde das Besucherzentrum neu errichtet und das Untertage-Erlebnis anders konzipiert – u. a. mit Hilfe neuer Medien. Damit avancierte es zu einem der weltweit innovativsten Erlebniszentren des Salzabbaus. In modernen audiovisuellen Darstellungen, 3D-Animationen und Lasershows werden der Salzabbau und seine Historie eindrucksvoll präsentiert. In diesem Jahr wurde der „Magische Salzraum“ eingerichtet, der mit sphärischen Klängen und einer Multivisions-Show die Geschichte des Salzes veranschaulicht. Der Aufenthalt unter der Erde hält so manche Überraschung für Jung und Alt parat: Mit der seit vielen Jahren beliebten Besucher-Grubenbahn geht es hinein ins Erdinnere – 650 Meter tief. Anschließend führt eine 34 Meter lange Rutsche in die Salzkathedrale hinab. Das riesige Gewölbe ist Kaiser Franz I. von Österreich gewidmet und trägt daher auch den Namen „Kaiser-Franz-Sinkwerk“.

Das Highlight ist die Floßfahrt über den unterirdischen Spiegelsee, der stolze 100 Meter lang und 40 Meter breit ist. Sein Salzgehalt ist in etwa so hoch wie der des Toten Meeres. Während der Überfahrt gleiten die Besucher vorbei an glitzernden, weißen Salzkristallen an Decke und Wänden.

Rund um das Salz gibt es im Berchtesgadener Land schöne Ausflugsziele. Eine circa einstündige Tour mit „salzigem“ Hintergrund startet am Salzbergwerk: die Themenwanderung entlang der Trasse der Soleleitung, die im Jahr 1817 angelegt wurde. Der Weg bietet schöne Ausblicke auf das Ortsbild Berchtesgadens und auf die herrliche Gebirgswelt. Vom Bergwerk aus führt auch ein Weg durchs historische Nonntal direkt zum Marktplatz – mit seinen restaurierten Bürgerhäusern, Cafés und Geschäften.

Im gut 20 Kilometer nördlich von Berchtesgaden gelegenen Bad Reichenhall finden Interessierte ebenfalls sehenswerte Zeugnisse der Salzgewinnung, z. B. die Alte Saline. Das ästhetische Bauwerk diente im 19. Jahrhundert als Hauptbrunnenhaus zur Schöpfung der Alpensole und beherbergt heute u. a. ein Salz-Museum im ersten Stock. Auch eine 45-minütige Wanderung unter Tage wird hier angeboten. Ein Zeitzeugnis der Salzgewinnung aus dem 19. Jahrhundert ist dabei die Reichenbachpumpe.

 

Autor: Raimond Ahlborn

© Fotos: Salzbergwerk Berchtesgaden Südsalz GmbH

17. Juli 2017

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