Asien | Südostasien

Im Holzschiff auf dem Mekong LAOS

In Huay Xai – nahe der thailändischen Grenze – geht es an Bord. Die Tour führt durch den Dschungel und zu traditionellen Bergdörfern. Ziel ist die alte Königsstadt Luang Prabang.

Die drei traditionellen Holzboote des Kreuzfahrten-Anbieters haben Platz für bis zu 40 Gäste. (© Foto: The Luang Say Cruises Laos)

Laos – das sympathische Land zwischen Thailand und Vietnam – hat eine treue Fangemeinde. Aus gutem Grund: Der einzige Binnenstaat Südostasiens ist geprägt von unbeschreiblich schöner Natur. Dschungellandschaften wie aus den Erzählungen Rudyard Kiplings, Kulturschätze, geheimnisvolle buddhistische Klöster und eine tiefe Gastfreundschaft können Besucher hier unverfälscht kennen lernen. Ein wunderbares Erlebnis ist es, das Land bei einer Schiffsreise zu entdecken: Denn der Mekong, einer der mächtigsten Ströme Südostasiens und einer der zwölf längsten Flüsse weltweit, durchfließt Laos. Das Land ist extrem dünn besiedelt – und zeigt an den Ufern des Mekong seine 1.000 Gesichter.

Eine faszinierende Schiffstour führt ab Huay Xai, der Hauptstadt der laotischen Provinz Bokeo, nach Luang Prabang: Die Schiffe des regionalen Flusskreuzfahrten-Anbieters The Luang Say Cruises fahren den Mekong runter, in Richtung Osten – und zeigen Gästen auf einer Mini-Kreuzfahrt verborgene Schätze der Region. Der Clou an dieser Kreuzfahrt: Übernachtet wird nicht auf dem Schiff, sondern in hölzernen, sehr komfortabel ausgestatteten Lodges am Ufer des Mekong. Ziel der Tour ist die wunderschöne alte Königsstadt Luang Prabang.

Das Schiff gleitet durch Landschaften wie aus Kiplings "Dschungelbuch"

Der Startpunkt der Flusskreuzfahrt, Huay Xai, liegt an der Grenze zu Thailand. Kurzer Einschub: Wer hier Aufenthalt hat, dem sei die „Gibbon Experience“ im Bokeo Nature Reserve empfohlen – ein phantastisches Abenteuer mit der Zipline von Baumhaus zu Baumhaus (www.gibbonexperience.org).

Zurück zum Mekong: Hat man sich für die Schiffstour entschieden, wird morgens auf dem Holzboot eingecheckt. Und dann schippert das Schiff auch schon der ersten kleinen Exkursion an Land entgegen: Angesteuert wird das Ban Houy Phalam Village – ein traditionelles Dorf, dessen Häuser Anfang dieses Jahrhunderts auf Stelzen gebaut wurden. Der Raum, der durch die Stelzen unter den Häuschen entsteht, wird praktisch genutzt: Hier leben die Tiere der Familien, wie z.B. Hühner und Ziegen. Auch Feuerholz und andere Dinge werden hier gelagert. Die Besucher bekommen einen absolut authentischen Eindruck des Lebens im Village.

Nach dem Besuch des Dorfes gibt es Lunch an Bord: Auf dem Schiff wird ein köstliches Essen mit laotischen Spezialitäten gereicht. Nachmittags erreicht das Schiff Pakbeng. Hier checken die Gäste in einen der 20 großzügig gebauten Pavillons ein – und können über einen hölzernen Weg das River Bank Restaurant mit organischem Essen und gut gemixten Drinks erreichen. Die Lodges wurden Ende der 1990er Jahre gebaut und verfügen jeweils über eine Dusche mit heißem Wasser, Toilette, Moskitonetz – und charmanter Einrichtung aus Naturmaterialien. Der Blick auf den Fluss kommt gratis dazu. Im Rücken der Pavillons erstreckt sich eine wilde Dschungellandschaft. Am Morgen geht es nach einem üppigen Frühstück im River Bank Restaurant weiter den Fluss hinab: Ziel ist das ca. 600 Jahre alte Baw Village. Hier erleben Gäste hautnah, wie der traditioinelle laotische Whiskey hergestellt wird. In dem Dörfchen leben verschiedenste Ethnien zusammen und heißen die Gäste herzlich willkommen. Nach einem Lunch an Bord steuert das Schiff die Pak Ou Caves an: In den beiden Höhlen sind Tausende Buddha-Bilder und Statuen versammelt; die Höhlen wurden im 15. Jahrhundert in buddhistische Tempel verwandelt. Am laotischen Neujahrjahrsfest, dem Boun Pimai im April, gibt es Pilgerfahrten zu den Pak Ou Caves. Ein Brauch ist es, die Buddha-Statuen in den Höhlen zu diesem Anlass zu reinigen.

Nach der Besichtigung der Höhlen geht es weiter in Richtung des Endpunktes dieser Reise – Luang Prabang, wo das Schiff am Nachmittag anlegt. Die Kreuzfahrt wird von The Luang Say Cruises auch in umgekehrter Richtung angeboten. Und für diejenigen, die gern länger die Region des Mekong erkunden möchten, gibt es drei- oder viertägige Touren. Im Programm des Anbieters ist ebenfalls eine Mini-Kreuzfahrt, die Luang Prabang als Start- und Endpunkt hat. The Luang Say Cruises hat sich seit über 15 Jahren in dieser Region etabliert – und legt viel Wert auf Service und Komfort: Ein englischsprachiger Guide ist mit an Bord, und die Schiffe sind ausgestattet mit einer Bar, zwei Toiletten und genügend Schwimmwesten. Wasser, Kaffee und Tee an Bord und die Mahlzeiten sind im Preis inbegriffen.

Die Aussicht vom Tempelberg Mount Phousi ist phänomenal

Absolut sehenswert ist das Ziel dieser Mini-Kreuzfahrt, Luang Prabang. Denn die Stadt zeigt die Vielfalt laotischer Kultur in ihrer ganzen Bandbreite. Quasi ein Muss ist der Besuch des Luang Prabang Night Markets. Anders, als in vielen touristisch stark frequentierten Gegenden Asiens, ist Laos nicht überflutet mit billigen Massen-Souvenirs.

Auf den Märkten des Landes findet man echtes Kunsthandwerk. Besonders schön sind zum Beispiel handgefertigte Textilien aus Seide wie der Sinh, der traditionelle laotische Wickelrock. Wer ein schönes Souvenir sucht, findet z. B. T-Shirts, die mit der laotischen National-Blume Plumeria Alba bestickt sind – oder kauft den Reis-Whisky, der nach der Plumeria Alba benannt ist.

Über 20 buddhistische Tempel sind in Luang Prabang verteilt – viele davon können besichtigt werden. Und wer die Stufen zum Mount Phousi hochläuft, wird mit einem phänomenalen Ausblick über die Stadt belohnt. Doch der Tempelberg ist bei Touristen beliebt – früh aufstehen und im Sonnenaufgang die Aussicht genießen lohnt sich.

Autor: Annette Waldow

© Fotos: The Luang Say Cruises Laos

02. Juli 2018

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